Wie sage ich es meinen Verwandten, Freunden, Kollegen?
Die Nachricht von Ihrer Krebserkrankung wird bei den Menschen, die Ihnen nahe stehen, unterschiedlichste Reaktionen auslösen und Ihren Alltag verändern. Sie sollten sorgfältig abwägen, mit wem Sie über Ihre Erkrankung sprechen. Wenn Sie Ihre Erkrankung "an die große Glocke" hängen, werden Sie sicherlich vielen positiven Beistand, aber auch manche menschliche Enttäuschung erfahren. Auf jeden Fall müssen Sie sich auf unzählige gut gemeinte, aber nicht immer zutreffende und häufig verwirrende "Geheimtipps", Zeitschriftenschnipsel und ähnliche Hinweise einstellen. Andererseits ist es nur in Ausnahmefällen möglich, die Diagnose "Brustkrebs" komplett geheim zu halten.
Auf jeden Fall sollten Sie mit den Menschen, die Ihnen nahe stehen, über Ihre Erkrankung, Sorgen, Nöte und Gefühle eingehend sprechen. Machen Sie sich bewusst, dass Ihre Erkrankung auch Ihren Angehörigen und Freunden Angst macht und sie verunsichert. Je deutlicher Sie sagen, wo Sie Hilfe oder Verständnis benötigen, desto besser können alle mit der Situation umgehen.
Missverständnisse und Fehlinterpretationen sind dennoch in solchen Situationen zu erwarten. Verlassen Sie sich nicht nur auf Ihr Gefühl, sondern fragen Sie sofort nach, wenn Sie irritiert sind über das Verhalten Ihres Gegenübers. Möglicherweise ist eine Bemerkung oder ein Verhalten gar nicht so gemeint, wie es sich Ihnen darstellt.
Kinder und Partner
Natürlich gibt es große Unterschiede, wie Sie wen informieren. Nicht alle Details sind für jeden von Interesse und je nach Art der Beziehung zu Ihren Mitmenschen treten durch die Erkrankung unterschiedliche Fragen auf
Bei Kindern ist es natürlich sehr vom Alter abhängig, welche Informationen sie verstehen können und welche nicht. Trotzdem sollten Sie versuchen, ihnen altersgerecht in einfachen Worten zu erklären, warum Sie sich zum Beispiel Sorgen machen, traurig sind oder anders verhalten als vor der Operation. Gerade Kinder haben ein sehr feines Gespür für veränderte Situationen und fühlen sich ausgegrenzt und ungeliebt, wenn sie nicht einbezogen werden.
Mit Ihrem Partner sollten Sie unbedingt über das Thema Sexualität sprechen, auch und gerade dann, wenn Sie es nicht gewohnt sind, über diese Fragen miteinander zu diskutieren. Unter dem Trauma der Behandlung verspüren viele Frauen für einen vorübergehenden Zeitraum wenig oder keine sexuellen Bedürfnisse, sind andererseits aber auf Zärtlichkeiten, Umarmungen und tröstende Körperkontakte angewiesen. Lassen Sie diesen Bereich nicht im "Unausgesprochenen", sondern nutzen Sie einen geeigneten Augenblick, um mit Ihrem Partner darüber zu sprechen.
