Psychosoziale Betreuung

Bei der Diagnose, Behandlung und Pflege von Patientinnen, die an Krebs leiden, sollten die körperlichen, seelischen und sozialen Aspekte gleichermassen gewichtet werden. Im Lauf der Zeit erleben viele Betroffene psychische und soziale Schwierigkeiten. Dazu gehören Probleme der Verarbeitung des veränderten Körpers, der Sexualität, der Arbeitsfähigkeit, der Beziehungen, sowie Müdigkeit, depressive Verstimmung und Ängste. Wir pflegen eine Patientinnen orientierte Kommunikation, gehen auf Ihre Anliegen ein und bieten die Möglichkeit einer psychoonkologischen Betreuung an.

Die Diagnose einer Krebserkrankung löst in aller Regel einen Schock aus; denn Sie nehmen eine Bedrohung Ihres Lebens am eigenen Leib wahr. Es ist ganz normal, dass Sie diesen Schock in den Tagen, Wochen, Monaten danach durch heftige Gefühls- und Stimmungsschwankungen "verarbeiten". Obwohl wir schon viele Patientinnen in ähnlicher Lage behandelt haben, können wir keine Aussagen dazu machen, wie lange oder wie heftig einzelne Phasen "normalerweise" sind. Die Reaktionen sind sehr individuell, sehr unterschiedlich und schwanken von aktiv-kämpferisch bis depressiv und traurig.

Nehmen Sie Ihre Gefühle ernst

Unsere allgemeine Empfehlung ist: nehmen Sie Ihre Gefühle auf jeden Fall ernst. Vielleicht kann das Führen eines Tagebuches Ihnen in der ersten Zeit dabei helfen, Ihre Gedanken, Ängste, Sorgen und Wünsche zu sortieren. Die aktive Beschäftigung mit der Erkrankung, der Besuch einer Selbsthilfegruppe, aber auch die Wiederaufnahme alter oder die Entdeckung neuer Hobbys, wie regelmäßige sportliche oder künstlerische Betätigung, können ebenfalls zu Ihrer psychischen Erholung beitragen.

Achten Sie auf Negativspiralen

Kritisch wird es, wenn Sie merken, dass sich eine Negativspirale entwickelt: kritisch kann es sein, wenn Sie merken, dass sich als Reaktion auf eine Neuigkeit oder Mitteilung negative Gedanken einstellen und alle nachfolgenden Überlegungen noch negativer werden. Sie drohen gewissermaßen, in ein seelisches "Loch" zu fallen. Aufmerksam sollten Sie auch werden, wenn durch Ihre seelische Krise alte oder neue Konflikte in der Familie oder am Arbeitsplatz entstehen oder sich verschärfen.

Informieren Sie sich über Hilfen

Neben dem Beratungsangebot in der Klinik kann auch eine psychosoziale Beratungsstelle in Ihrer Nähe behilflich sein, zu überprüfen, ob eine psychotherapeutische Therapie Ihnen helfen könnte, um Ihre seelische Verfassung in eine andere Richtung zu lenken. Bevor Sie völlig verzagen oder zu viel "Porzellan" in den zwischenmenschlichen Beziehungen zerschlagen worden ist, sollten Sie getrost professionelle Unterstützung suchen.

Lassen Sie sich ruhig professionell helfen

Eine Psychotherapie bietet Ihnen die Chance, sich in einem von dem Therapeuten gesicherten Bereich über Ihre Situation klarer zu werden und (wieder) neuen Lebensmut zu fassen. Neben Gruppentherapien können auch Einzeltherapien durchgeführt werden. Bei Einzeltherapien ist auch die Form der Familientherapie, zu der Angehörige mit hinzugezogen werden, denkbar.

Da hierzulande eine Psychotherapie von vielen Menschen zu Unrecht sehr skeptisch beurteilt wird, werden Ihnen Ihr Arzt ebenso wie Ihre Krankenkasse in der Regel gern eine entsprechende Maßnahme ermöglichen, wenn Sie es wünschen. Auf jeden Fall sollten Sie wissen, dass auch ganz "normalen" Menschen die Möglichkeiten der Psychotherapie in schwierigen Lebensphasen zur Verfügung stehen.

Bei Ihrer Krankenkasse erfahren Sie, welche Therapeuten kassenrechtlich zugelassen sind.

Sie sollten wissen, dass der Begriff "Psychoonkologe" nicht geschützt ist: leider kann sich jeder (auch nicht Fachmann) so nennen.

Psychosoziale Aspekte der Beratung / Seelische Begleitung

  • Entwicklung von Strategien zur individuellen Bewältigung der Krankheit
  • Gelegenheit bieten, über Gefühle zu sprechen, z.B. Angst oder Wut äußern zu können.
  • Hilfen anbieten zur Aufarbeitung der Emotionen im Umgang mit der Diagnose.
  • Gesprächsangebot über den Umgang mit Prothesen und Perücken.
  • Informationen zum Angebot von Gesundheitstrainings, Sportangeboten und speziellen Programmen zur Stützung der Selbstheilungskräfte und zur Verbesserung der Lebensqualität.
  • Vermittlung und Aufnahme in Selbsthilfegruppen.
  • Beratung von Angehörigen und Unterstützung durch entlastende Gespräche.