Hinweise für die Rückkehr nach Hause

Viele Frauen sind froh, wenn sie aus der Klinik wieder in ihre gewohnte Umgebung zurückkehren können. Andere Patientinnen gehen mit gemischten Gefühlen aus der Geborgenheit der Klinik, in der sie Zuspruch und Ermutigung erfahren haben, zurück nach Hause.Für Ihre Rückkehr möchten wir Ihnen einige Hinweise zu medizinischen und zwischenmenschlichen Alltagsfragen Ihrer Erkrankung mit auf den Weg geben.Da hier die Ratschläge nur allgemein formuliert werden können, ist es wichtig, dass Sie bei außergewöhnlichen Situationen oder Problemen mit Ihrem betreuenden Arzt Kontakt aufnehmen.

Beobachten Sie Ihre Wunde

Bei Ihrer Entlassung sollte die Wunde geschlossen sein. Verwenden Sie bitte Seife erst direkt auf der Haut, wenn der Schorf vollständig abgefallen ist. Sollte eine schmerzhafte Rötung oder Erwärmung im Wundgebiet entstehen, muss diese von Ihrem behandelnden Arzt angesehen werden.

In der Achselhöhle kann es auch nach der Entlassung noch zu einer unangenehmen Anschwellung kommen. In den meisten Fällen handelt es sich hierbei um harmloses Wundwasser (Serom), das schmerzlos mit einer Spritze abgezogen werden kann (Punktion). Gelegentlich ist es notwendig, die Punktion zu wiederholen.

Sorgen Sie für Bewegung und frische Luft!

"Licht und Luft gibt Kraft": Diese Volksweisheit gilt auch für Ihre Erkrankung. Ausgedehnte Spaziergänge und - nach Abheilung der Wunden - sportliche Betätigung an frischer Luft beeinflussen den Stoffwechsel erwiesenermaßen positiv und unterstützen damit Ihren Heilungsprozess. Dabei gilt allerdings: Suchen Sie sich eine Betätigung, die Ihnen Spaß macht, und passen Sie das Maß Ihrer Anstrengung Ihren Kräften an. Am Anfang sollten Sie etwas zurückhaltend mit der Belastung des betroffenen Armes sein. Prinzipiell können alle Sportarten ausgeübt werden. Empfehlenswert sind zumBeispiel Gymnastik, Schwimmen, Spazieren gehen, Walken und Fahrradfahren. Beim Schwimmen sollte die Wassertemperatur nicht über 33/34 oe liegen, damit die Entstehung eines Lymphödems nicht begünstigt wird.

 

Lymphödeme

"Lymphödeme" treten bei der modernen, schonenden Operationsweise in der Achselhöhle nur noch sehr selten auf Da die Lymphbahnen bei der Entfernung von Lymphknoten zwangsläufig unterbrochen werden, kann Gewebeflüssigkeit aus dem Arm nicht mehr abfließen und sammelt sich im Bereich des Handrückens, des Unterund des Oberarmes an.Die möglichen Therapien bei einem Lymphödem reichen von manueller Lymphdrainage über das Tragen von Kompressionsstrümpfen bzw. Bandagen bis zur stationären Behandlung in einer Spezial klinik. Vorbeugende Lymphdrainagen sind nicht sinnvoll.

Worauf Sie zur Vermeidung eines Lymphödems achten sollten

  • Vermeiden Sie Verletzungen aller Arten auf der operierten Seite. Tragen Sie bei groben Arbeiten Handschuhe.
  • Vermeiden Sie Verletzungen bei der Körperpflege (Nagelpflege, Entfernen von Achselhaaren etc.). Lasten und Umhängetaschen besser auf der unbeeinträchtigten Seite tragen.
  • Vermeiden Sie starke Sonneneinstrahlungen, extreme Hitze oder Kälte.
  • Versuchen Sie Bissen oder Kratzern von Insekten bzw. Haustieren aus dem Weg zu gehen.
  • Lassen Sie Blutdruckmessungen, ßlutabnahmen und Injektionen oder Akupunkturbehandlungen besser auf der "gesunden" Seite durchführen.
  • Suchen Sie bei Verletzungen oder Hauterkrankungen des Armes, insbesondere wenn sich eine Rötung als Folge einer Infektion bemerkbar macht, sofort Ihren Arzt auf